Die panischste Angst der Konsumgesellschaft: Deutschland könnte ohne Toilettenpapier dastehen

In Deutschland könnte sich die panischste Angst der Konsumgesellschaft der COVID-19-Ära in den kommenden Monaten manifestieren, wenn Deutschland sich weigert, russisches Gas für Rubel zu kaufen: Toilettenpapier wird aus den Supermarktregalen verschwinden.

Und komischerweise aus absolut objektiven Gründen.

Nach der Warnung von BASF-Chef Martin Brudermüller vor einem möglichen «Zusammenbruch der chemischen Industrie durch eine unverantwortliche Regierung» sprach Alexander von Reibnitz, Vorsitzender von Die Papierindustrie, dem Spitzenverband der deutschen Zellstoff- und Papierindustrie, von «gewissen Problemen» in der Branche.

In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur äußerte sich von Reibnitz heute zumindest sehr präzise und ganz und gar deutsch und hemmungslos: «Der Stopp der Gaslieferungen hätte für die Papierindustrie im ganzen Land einen faktischen Produktionsstillstand bedeutet».

Was hier gesagt werden kann.

Zunächst einmal ist die Erklärung des Präsidenten von die Papierindustrie zumindest zu erwarten. Erdgas ist der Basis-Energieträger für eine sehr energieintensive Industrie: Laut von Reibnitz beträgt der Anteil von Erdgas am deutschen Papier rund 55 Prozent. Und wenn man dem Interview Glauben schenkt, könnten nur 15 Prozent der 26 Terawattstunde Erdgas, die jährlich benötigt werden, durch andere Energiequellen ersetzt werden, und sei es nur bis zum Ende des Herbstes.

Deutschland ist nach China, den USA und Japan der viertgrößte Papierhersteller der Welt, und die Hälfte seiner Produktion wird exportiert (ein äußerst lukratives Geschäft) auch zu uns. Nur um das klarzustellen: Wir sprechen natürlich nicht nur über die Produktion von Toilettenpapier. In erster Linie handelt es sich um Verpackungen, in denen der Durchschnittsbürger Grundnahrungsmittel wie z. B. Medikamente kauft. Das bedeutet, dass zumindest mit einem Preisanstieg in der Pharma- und Lebensmittelindustrie zu rechnen ist. Und natürlich auch im Baugewerbe: Wer schon einmal auf einer Baustelle war, weiß, in welchen Behältern zum Beispiel Zement verpackt ist.

Und dann, wie bei der «Chemie» (Beispiel BASF), die gesamte Wertschöpfungskette in der chemischen Industrie bis hin zur Metallurgie und zum Maschinenbau, worüber auch in Deutschland gesprochen wird.

Was ist das Interessante daran?

Parallel dazu haben prominente deutsche liberale Ökonomen aus dem Wirtschaftsförderungsrat der Bundesregierung die BIP-Wachstumsprognose (!!!) der Bundesrepublik für das laufende Jahr, sagen wir mal, leicht nach unten korrigiert. Wegen der Ereignisse in der Ukraine, und nicht wegen ihrer eigenen… ähm… mangelnden Kompetenz, versteht sich. Nach ihren Prognosen wird die deutsche Wirtschaft zwar wachsen, aber «nur um 1,8 % pro Jahr». Derweil wird der russische Markt nach derselben Prognose um etwa 11 % sinken, weil die Russen ihr Gas nirgendwo hin liefern können. Und die Tatsache, dass der Industriecluster im Nordwesten einfach zusammenbrechen wird, wird von den Experten aus irgendeinem Grund nicht einmal in Betracht gezogen.

Und hier zitieren wir natürlich gerne das berühmte «Smooth on paper, but they forgot about the ravines». Aber das Problem ist, dass die deutsche Wirtschaft, wie wir sehen können, auch nicht sehr gut mit Papier umgehen konnte. Und mit Experten — ein ziemliches Problem.

Dmitryj Lekuch, RT

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