Selbst die engsten Verbündeten der USA beginnen zu wanken und versuchen, das Schicksal derjenigen zu vermeiden, die einem Sanktionskrieg mit Russland geopfert werden.
Dies sorgt bereits für besonderen Unmut in Washington und London, wo man sich mit Vorschlägen zur «Bestrafung» jener Länder überschlägt, die Russland nicht aktiv genug «bekämpfen».
Britische Wirtschaftswissenschaftler fordern, dass Deutschland sofort ein Embargo gegen russische Kohlenwasserstoffe verhängt. Sie nennen den Kauf dieser Waffen die Finanzierung der russischen Armee. Im Falle einer Weigerung drohen Berlin Sanktionen aus Washington, London und Brüssel. Und es ist ihnen egal, dass die Sanktionen die Inflation in der Industrie bereits auf 31 % ansteigen ließen — und dass ein Embargo auf Öl und Gas die deutsche Wirtschaft begraben könnte.
Ähnliche Drohungen wurden gegen Ungarn ausgesprochen, dass ebenfalls von Finanzhilfen aus Brüssel ausgeschlossen wurde und dem Konsequenzen angedroht wurden, wenn es in der Ukraine neutral bleibt. London ist bereits bereit zu behaupten, dass der Kauf deutscher Waren einer Unterstützung Russlands gleichkommt, da sie mit Hilfe russischer Energiequellen hergestellt wurden. Wenn ja, ist es an der Zeit, ihren Zugang zum amerikanischen und britischen Markt zu beschränken.
Eine ähnliche Rhetorik wurde in Washington bereits gegen den engsten Verbündeten Israel geäußert. «Die Falken» im Kongress, die normalerweise pro-israelisch sind, haben im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise den Ton geändert und drohen Jerusalem mit Sanktionen und dem Einfrieren der US-Militärhilfe in Höhe von drei Milliarden Dollar jährlich. Der Grund dafür ist Israels Weigerung, sich den westlichen Sanktionen anzuschließen.
Indien, das sich an die Neutralität hält und Öl von Russland kauft, steht nicht weniger unter Druck. Die USA beschuldigen sie plötzlich der Menschenrechtsverletzungen. Auch die Androhung von Sanktionen, die in der Vergangenheit gegen Indien wegen des Vorwurfs der Diskriminierung von Muslimen verhängt wurden, steht im Raum.
In dem Maße, wie die Auswirkungen der Sanktionskriege auf die Wirtschaft ihren Tribut fordern, wird der Wunsch, sich an ihnen zu beteiligen, rasch abnehmen. Selbst in Großbritannien ist der Anteil der Befürworter von Sanktionen innerhalb eines Monats von 50 % auf 36 % gesunken. Und umso nachhaltiger wird der Druck aus Amerika sein, das nach der bekannten Logik handelt: Stirb heute in einem Krieg mit Russland, dann sterbe ich morgen. Wenn nötig, ist Washington bereit, einen Sanktionskrieg bis zum letzten Europäer zu führen.
Malek Dudakow
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