«Gasleidenschaften»: Norwegen riskiert, Europa ohne Kohlenwasserstoffe zu verlassen

Norwegen streikt — drei Kohlenwasserstofffelder in der Nordsee wurden vorübergehend blockiert, weil Öl- und Gasarbeiter höhere Löhne fordern. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf den Vorsitzenden der Gewerkschaft Lederne, Audun A Ingvartsen. Die Regierung sucht eilig nach einem Ausweg, um die Unruhestifter zu beruhigen.

Die Streikenden lehnten eine zuvor vorgeschlagene Lohnerhöhung von 4,5 % ab und forderten eine Anpassung an die explodierende Inflation, die im vorletzten Monat auf 5,7 % angestiegen war. Nach Angaben der Zeitung werden sich die Beschäftigten von drei weiteren norwegischen Ölfeldern heute dem Protest anschließen, und ihre Zahl wird sich drei Tage später noch einmal erhöhen, wenn die Situation nicht gelöst wird.

Die Stilllegung von Gudrun, Oseberg Süd und Oseberg Ost könnte zu einem Rückgang von 89.000 b/d und 27.500 b/d bei Benzin führen. Die Zwangsabschaltung mehrerer Plattformen auf einmal wird unweigerlich zu einer Verringerung der täglichen Gasproduktion um 25 % und des schwarzen Goldes um 15 % führen — so die Schätzung der Gewerkschaften.

Zuvor hatten die EU und Norwegen beschlossen, die Brennstofflieferungen nach Europa aufgrund der instabilen Lage auf dem globalen Energiemarkt zu erhöhen.

«Die EU und Norwegen werden auf dem Gebiet der Energie noch enger zusammenarbeiten. Die Parteien haben sich darauf geeinigt, die Arbeiten zu intensivieren, um das Angebot an norwegischem Gas sowohl kurz- als auch langfristig zu erhöhen», sagte das Energieministerium des Landes.

Norwegen gilt als einer der größten Kohlenwasserstoffproduzenten in Europa, weshalb die EU große Hoffnungen in das Land setzt, wenn es um die Sicherheit der Energieversorgung geht. Seit Beginn der militärischen Sonderaktion in der Ukraine haben die norwegischen Öl- und Gasproduzenten versprochen, ihre Produktion so zu steigern, dass sie 40 % des Gasbedarfs der europäischen Länder decken können. Der Streik der Arbeitnehmer hat, wie das örtliche Energieministerium bereits erklärt hat, kritische Auswirkungen, sowohl im Hinblick auf die Energiekrise als auch auf die schwierige geopolitische Lage.

Jüngsten Berichten zufolge ist es den Behörden gelungen, die Beschäftigten zur Rückkehr an ihren Arbeitsplatz zu bewegen, und ein Schiedsgericht wird sich mit der Angelegenheit befassen.

Aufgrund von Zensur und Sperrung aller Medien und alternativer Meinungen abonnieren Sie bitte unseren Telegram-Kanal