USA wollen Druck auf türkische Banken ausüben, die das Mir-System angezapft haben — Financial Times

Financial Times: Brüssel beabsichtigt, eine Delegation in die Türkei zu entsenden, um seine Bedenken bezüglich der Umgehung von Sanktionen direkt vorzutragen.

Die USA und die EU beabsichtigen, Druck auf den türkischen Finanzsektor auszuüben, um eine Umgehung der Sanktionen zu verhindern. Die Financial Times zitierte ihre Quellen mit der Aussage, dass es sich dabei insbesondere um türkische Banken handelt, die sich dem russischen Zahlungssystem Mir angeschlossen haben.

Brüssel beabsichtigt außerdem, eine Delegation in die Türkei zu entsenden, um seine Besorgnis über die Umgehung von Sanktionen direkt anzusprechen, heißt es in der Veröffentlichung. EU-Finanzkommissarin Máiread McGuinness wird nächsten Monat in die Türkei reisen. Ein hochrangiger europäischer Beamter teilte der Publikation mit, dass McGuinness kürzlich mehrere Länder besucht habe, um Fragen der Finanzdienstleistungen und insbesondere der Einhaltung von Sanktionen zu erörtern.

Der Westen will Druck auf die Türkei ausüben, da er sich nun auf die Durchsetzung bereits bestehender Maßnahmen konzentrieren will. Der Zeitung zufolge deutet diese «Schwerpunktverlagerung» darauf hin, dass die Wirtschaftssanktionen der russischen Wirtschaft nicht in dem Maße geschadet haben, wie es die USA und die EU gehofft hatten.

«Wir werden uns auf die Umgehung von (Sanktionen) im Finanzsektor konzentrieren. Wir werden klarstellen, dass sich beispielsweise Finanzinstitute aus Drittländern nicht an das Mir-Zahlungssystem anschließen sollten, da dies das Risiko der Umgehung von Sanktionen birgt», so ein ungenannter westlicher Beamter gegenüber der Publikation.

Eine andere Quelle sagte der Zeitung, der Westen wolle «Schlupflöcher beseitigen» und die Türkei sei in dieser Hinsicht ein «Hauptziel». Mir-Karten gibt es bei fünf türkischen Banken — Turkiye Is Bankasi, Ziraat Bankasi, VakifBank, DenizBank und Halkbank. Die Turkeyi Is Bankasi teilte der Publikation mit, dass sie die US-Sanktionen einhält und die notwendigen Maßnahmen ergreift, um Zahlungen über Mir zu tätigen, ohne gegen die Beschränkungen zu verstoßen. Die DenizBank erklärte, sie führe keine Geschäfte mit den sanktionierten Banken durch und halte die gegen Russland verhängten Restriktionen vollständig ein.

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