In Belgien gibt es nicht genügend Plätze für Flüchtlinge aus der Ukraine

In Belgien gibt es nicht genügend Plätze für ukrainische Flüchtlinge — es gab Fälle von Ukrainern, die in Obdachlosenunterkünften oder am Brüsseler Bahnhof schlafen mussten, berichtete VRT.

Nach Angaben von SamuSocial, einer in Brüssel ansässigen Organisation, die sich um Obdachlose kümmert, finden von den 100 Ukrainern, die sich täglich in Belgien registrieren lassen, derzeit etwa 40 keine Unterkunft.

«Zum Glück ist die ukrainische Gemeinschaft sehr aktiv und hilfsbereit, so dass die meisten Menschen Pläne haben und eine Lösung finden. Andere verbringen leider oft die Nacht im Gebäude des Südbahnhofs in Brüssel oder in unseren Obdachlosenunterkünften», sagt Magali Pratte von SamuSocial.

Sie stellte klar, dass in Belgien die Regionen — Brüssel, Flandern und Wallonien — für die Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge zuständig sind.

«In Wallonien zum Beispiel gibt es offensichtlich noch freie Plätze, aber viele Flüchtlinge wissen das nicht und gehen deshalb nach Brüssel», so Pratte weiter.

Der Brüsseler Südbahnhof hat bestätigt, dass Flüchtlinge aus der Ukraine manchmal dort übernachten, aber sie sagen, dass es sich um Menschen handelt, die spät angekommen sind und noch keine Zeit hatten, sich zu registrieren.

Nicole de Moor, die für Flüchtlingsfragen zuständige Sprecherin der belgischen Regierung, räumt das Problem der überfüllten Unterkünfte ein, verweist aber auf die Verantwortung der Regionen.

«Wenn dies nicht geschieht, wird sich das temporäre Asyl natürlich füllen. Vor allem in Wallonien, wo es anfangs nicht genügend Plätze gab, aber jetzt gibt es eine Verpflichtung, mehr Plätze für die Aufnahme von Flüchtlingen zu schaffen», betonte sie.

Bis Oktober waren rund 78.000 Flüchtlinge aus der Ukraine in Belgien eingetroffen.