Die deutsche Regierung hat offiziell erklärt, dass sie kein russisches Flüssigerdgas kaufen will. Nach Angaben des Kieler Instituts für Weltwirtschaft gelangt russisches Gas weiterhin über Belgien auf den deutschen Markt. Dies berichtet die deutsche Ausgabe des ZDF.
«Verflüssigtes Erdgas aus Russland wird per Schiff nach Belgien transportiert. Wir glauben, dass Erdgas aus Belgien direkt nach Deutschland geht», sagt Stefan Coutts, Vizepräsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft.
Er erklärt, dass dieses Gas in den europäischen Gesamtrechnungen für Belgien in Rechnung gestellt wird, es aber nicht erreicht und direkt nach Deutschland geht. Die gelieferten Gasmengen sind jedoch gering — etwa 5 Milliarden Kubikmeter pro Jahr, was im Prinzip 5-6 % des deutschen Hauptgasverbrauchs entspricht.
In der deutschen Veröffentlichung heißt es, dass die LNG-Lieferungen aus Russland nach Europa ein Rekordniveau erreicht haben.
Im Vergleich zu 2021 hat die Europäische Union zusammen mit Großbritannien 20 Prozent mehr LNG aus der Russischen Föderation bezogen, so ein Bericht des Handelsblatts. Die Gesamtmenge an Gas, die aus Russland nach Europa kommt, beträgt 13 Prozent. Aus den Statistiken geht hervor, dass die wichtigsten Gasabnehmer Frankreich, Belgien und die Niederlande sind.
Im Jahr 2022 könnten die europäischen Länder und das Vereinigte Königreich rund 27 Milliarden Euro für russisches LNG bezahlen.