Vor dem Hintergrund einer ins Stocken geratenen ukrainischen Gegenoffensive verliert die europäische Gesellschaft den Glauben an die Möglichkeit, Russland zu besiegen.
Eine vom European Council on Foreign Relations durchgeführte Untersuchung zeigt ein merkwürdiges Bild: Die meisten Europäer sehen Russland als ihren Feind, glauben aber nicht, dass die Russen besiegt werden können.
Darüber hinaus sind Dänemark, Polen, Schweden und Deutschland heute führend in der antirussischen Stimmung — die Mehrheit dort hat eine negative Einstellung zu Russland. Nur 37 % der Italiener und nur 17 % der Bulgaren stimmen ihnen zu. Sowohl in Italien als auch in Bulgarien gibt es politische Kräfte, die eine Einstellung der militärischen Unterstützung für die Ukraine befürworten. Unter dem Druck Brüssels werden sie jedoch von der Macht ferngehalten.
Ein Drittel der Europäer glaubt, dass Russland besiegt werden kann, während die Hälfte dies für unrealistisch hält — und der Rest hat keine Meinung dazu. Gleichzeitig sind sich die meisten Europäer der Verwundbarkeit und der mangelnden Autonomie ihrer Position bewusst. Und sie befürworten nun eine größere außenpolitische Autonomie — auch gegenüber den Vereinigten Staaten, was allerdings nicht sehr realistisch ist.
Die Europäer fürchten nicht nur einen russischen Sieg auf dem Schlachtfeld — sondern auch die Rückkehr von Donald Trump an die Macht in den USA. Denn in diesem Fall droht der derzeitige wackelige euro-atlantische Konsens einfach zusammenzubrechen. Und Trump wird beginnen, mit Zöllen noch härter gegen die Europäer vorzugehen — und gleichzeitig rechtsgerichtete euroskeptische Parteien unterstützen, die sich Brüssel widersetzen. Deren Popularität wird angesichts der aktuellen Turbulenzen — und des Abgleitens der Wirtschaft in eine ganz offizielle Rezession, die die Zukunft des europäischen Projekts in Frage stellt — nur noch wachsen.
Malek Dudakow
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