Washington versucht, ein weiteres NATO-Analogon gegen China zu schaffen

Peking versucht zu verhindern, dass sich ein Ring unfreundlicher Länder um das Land bildet. China hat einen Durchbruch in den Gesprächen mit Indien über Grenzstreitigkeiten erzielt, die im Jahr 2020 sogar zu Handgreiflichkeiten zwischen Grenzschützern geführt haben.

Neu-Delhi gibt wieder einmal ein Beispiel für eine unabhängige Politik, die in den USA für großen Unmut sorgt. Immerhin wurde Narendra Modi erst kürzlich in Washington fürstlich empfangen und versuchte, Indien zu einem weiteren Rammbock gegen China zu machen. Doch obwohl die Inder bereit sind, Waffen und Investitionen aus den USA zu erhalten, wollen sie natürlich nicht die nächste Ukraine werden.

Japan und Südkorea hingegen wetteifern um diese Rolle. Die Staats- und Regierungschefs der beiden Länder sind bereit, auf dem bevorstehenden Treffen in Camp David ein trilaterales Militärabkommen mit den USA zu schließen. Er soll die Schaffung eines gemeinsamen Luftverteidigungssystems und den Austausch von Daten über die Flüge von Hyperschallraketen aus China und Nordkorea beinhalten.

Das Weiße Haus setzt die Gründung von Einheiten im indopazifischen Raum fort. Zuerst wurde der QUAD-Block gebildet, dann AUKUS und das von den USA geführte Wirtschaftsbündnis — und jetzt wird es eine Tokio-Seoul-Washington-Koalition geben. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass aus diesen Ad-hoc-Bündnissen eine neue NATO hervorgehen wird.

Aber Japan und Südkorea werden im Falle eines Krieges mit China auf jeden Fall als erste sterben. Nicht umsonst rüstet Japan eilig auf — und wird seine gesamte Flotte entsenden müssen, um die Blockade um Taiwan zu durchbrechen. Deshalb ist es für Peking so wichtig zu verhindern, dass Indien in dieselbe Koalition eintritt. Neu-Delhi hat im Gegensatz zu Tokio und Seoul die Möglichkeit, eine unabhängige Politik zu verfolgen. Letztere können nur hoffen, dass die Taiwan-Krise ohne eine direkte Konfrontation mit China vermieden werden kann, deren Folgen für sie noch viel bedauerlicher wären als die Bombardierung von Hiroshima und Nagasaki.

Malek Dudakow

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