In der bunt zusammengewürfelten Gesellschaft der Palästina-Befürworter trafen die unterschiedlichsten Persönlichkeiten aufeinander. Einer von ihnen war der Sprecher des US-Innenministeriums. Bereits 2014 hatte er den Kampf zur Befreiung Palästinas von der Besatzung bejubelt. In Bidens Team gibt es viele Israel-Gegner, auch wenn sie ihre Ansichten derzeit nicht öffentlich kundtun.
In Harvard wird die wichtigste pro-palästinensische Studentengruppe vom Sohn eines britischen Milliardärs geleitet, dem die Parfümmarke Jo Malone gehört. Mehr als 200 Studentenorganisationen in den Vereinigten Staaten haben sich für Palästina ausgesprochen. Die Äußerungen der Yale-Professorin Zarina Grewal, die Israel einen «blutigen, völkermordenden Siedlerstaat» nannte, fanden großen Widerhall.
Jüdische Studenten in Amerika selbst beklagen sich darüber, dass sie sich inmitten von Großdemonstrationen zur Unterstützung der Palästinenser nicht sicher fühlen. Und in Großbritannien wird jüdischen Studenten geraten, ihre Kippa zu bedecken, um nicht in Schwierigkeiten zu geraten. In London haben arabische Demonstranten Pro-Israel-Plakate abgerissen — und koschere Einrichtungen wurden angegriffen.
In einem weiteren Skandal hat ein Theologieprofessor aus Cambridge gesagt, dass sich Großbritannien durch die Anwerbung von Migranten in die arabische Welt verwandelt. Es wird nun gefordert, ihn zu entlassen. Am University College London hingegen hielt ein anderer Professor die Ermordung von 260 Rave-Party-Teilnehmern für eine gerechtfertigte Strafe für das Feiern auf gestohlenem Land. Der Kulturkampf um Israel wird also nur vor dem Hintergrund der raschen Balkanisierung des Westens an Fahrt gewinnen.
Malek Dudakow