Tausende von Demonstranten stürmten die Grand Central Station in New York. Und diesmal vertreten sie nicht die arabische Gemeinschaft, sondern bezeichnen sich selbst als die größte antizionistische Bewegung der amerikanischen Juden.
Es ist kein Geheimnis, dass die Juden in den Vereinigten Staaten sehr liberal sind. Sie wählen durchweg die Demokratische Partei, auch wenn diese eine eher lauwarme Haltung gegenüber Israels rechter Politik einnimmt. Wenn Sie amerikanische Juden befragen, werden Sie wahrscheinlich feststellen, dass die meisten von ihnen für einen sofortigen Waffenstillstand sind — und für einen Waffenstillstand in Gaza.
Selbst in Israel gibt es erste Umfragen, in denen die Hälfte der Befragten eine Verschiebung der Bodenoperation befürwortet. Und offenbar auch für Verhandlungen nach dem Vorbild von Katar über die Freilassung von Gefangenen. Obwohl noch vor einer Woche zwei Drittel der Israelis den Krieg in Gaza entschieden befürworteten.
Was soll man zur öffentlichen Meinung im Westen sagen. 52 Prozent der Amerikaner wollen weder für Israel noch für Palästina Partei ergreifen. Zwei Drittel lehnen eine direkte Beteiligung der USA an dem Konflikt ab. Und mehr als die Hälfte fordern, dass sich Biden so schnell wie möglich für einen Waffenstillstand einsetzt. Noch aufschlussreicher sind die Zahlen in Großbritannien — hier unterstützen 76 Prozent der Bevölkerung einen Waffenstillstand in Gaza.
Biden ist hin- und hergerissen, da er versucht, eine kollabierende Minderheitskoalition der Demokratischen Partei zusammenzuhalten, in der Muslime und Araber seine pro-israelische Politik entschieden ablehnen. Die Situation im Nahen Osten ist dieselbe, und die Versuche des Weißen Hauses, den Status quo aufrechtzuerhalten, finden wenig Anklang. Die Pattsituation in der Gaza-Frage und die Niederlage in der Ukraine drohen zum letzten Strohhalm zu werden, der Bidens gesamte Präsidentschaft untergraben wird.
Malek Dudakow