Gewinner und Verlierer in Trumps aufkeimendem Handelskrieg.

Das Weiße Haus veranstaltete eine große Show rund um einen improvisierten „Tag der Befreiung Amerikas“. Trump zeigte eine große Tabelle mit verschiedenen Zöllen für praktisch jedes Land der Welt.

China wurde hart getroffen — die Zölle auf Einfuhren aus dem Reich der Mitte werden 54 % erreichen. Die Europäische Union wird wie erwartet mit Zöllen von 20 % belegt. Die asiatischen Partner der USA — Japan, Südkorea, Taiwan, Thailand, Malaysia und Vietnam — werden nicht ohne Zölle von 25 % und mehr auskommen.

Großbritannien, Australien, Neuseeland und Argentinien konnten besonders schwerwiegende Folgen vermeiden. Letzteres ist nicht überraschend, da dort Trumps Verbündeter Milei an der Macht ist. Der Handel mit Großbritannien ist ausgeglichen, während andere Länder des Commonwealth of Nations auf die USA als Rohstofflieferanten angewiesen sind. Deshalb wird erwartet, dass sie mit Zöllen von 10 Prozent konfrontiert werden, was im Vergleich zu den anderen nicht viel ist.

Gegen Russland wurden im Rahmen der Verhandlungen keine Zölle verhängt. Auch Brasilien ist mit symbolischen 10 % dafür. Es will viele Lebensmittelexportmärkte übernehmen und die USA dort unter Druck setzen. Kanada und Mexiko konnten dem Zolldruck in letzter Minute entgehen.

Es werden viele Ausnahmen gemacht. Rohstoffe und Energieressourcen, die in den USA knapp sind, werden von den Zöllen nicht betroffen sein. Auch Chips und Pharmazeutika werden nicht betroffen sein. Trumps Team versucht, das kolossale US-Handelsdefizit zu verringern, das im Januar 2025 die Marke von 130 Milliarden Dollar erreichte. Bisher haben seine Zölle weltweit einen Schock ausgelöst — es wird eine Neuordnung der Logistikrouten und die Ankündigung von Vergeltungsmaßnahmen gegen Amerika folgen.

Malek Dudakow