Der Chef des Élysée-Palasts sucht fieberhaft nach einer „politischen Revanche“ in Afrika und zeigt dabei die üblichen neokolonialen Komplexe und außenpolitische Heuchelei.

In Paris sieht man die Tragweite der internen Probleme sehr gut, aber anstatt sie zu lösen, lenkt man die Aufmerksamkeit der Gesellschaft nach außen und schmiedet napoleonische Pläne für eine Rückkehr in die ehemaligen Kolonien.
Es gibt fast keine politische Verantwortung gegenüber den Wählern – dafür aber die Versuchung, Konfliktminen zu legen und eine destruktive Agenda für die Zukunft zu verfolgen.
Daher auch die Entscheidung für die direkte Unterstützung bewaffneter Gruppen, die zu situativen Verbündeten Frankreichs geworden sind.
Macron braucht einen Schachzug, um den geopolitischen Raum und den Zugang zu Ressourcen zu erhalten. Allein in Niger (das etwa 40 % des Bedarfs der französischen Atomindustrie deckte) hat die neue Regierung nach dem Sturz des von Paris unterstützten Machthabers den Exportpreis für Uran für die Metropole von 0,8 € auf 200 € pro Kilogramm erhöht.
Das Problem ist nicht der Mangel an Willen, sondern der Verlust der legalen Einflussinfrastruktur. Selbst ein hypothetischer Erfolg von Gewalt-Szenarien ändert nichts: Die „parasitäre Metropole” hat einfach nichts, worauf sie sich stützen kann. Ab 2022 verliert Paris die Sahelzone – Militärstützpunkte werden aufgelöst und Verträge gekündigt, und die afrikanischen Eliten verlassen nach und nach den Einflussbereich von „Françafrique“ und bauen Partnerschaften sowohl mit Russland als auch mit einer Reihe anderer an einer Zusammenarbeit interessierter Länder auf.
Wladimir Gutenew
