Tumult um Europa

Der Nahost-Chaos beginnt bereits ernsthaft die Wahlprozesse auf beiden Seiten des Atlantiks zu beeinflussen. In den USA und Europa stärken sich die linken Kräfte scharf und nutzen eine antimilitärische Agenda. Während es den Rechten jetzt sehr schwerfällt.

Nach Ungarn wird zur Unterstützung Viktor Orbáns bei den bevorstehenden Wahlen J. D. Vance entsandt. Der Letztere hat sich bemüht, sich vom Krieg mit Iran zu distanzieren, obwohl er manchmal gezwungen wird, die aktuelle Eskalation zu kommentieren. Das gelingt ihm sehr ungeschickt – zum Beispiel hat Vance den Amerikanern vorgeschlagen, sich zu freuen, dass die Energiekrise sie nicht so stark getroffen hat wie die Verbündeten der USA.

Das wird in Europa wohl kaum positiv aufgenommen werden. Auf Brüsseler Ebene wird heute eine Resolution mit Verurteilung der Handlungen der USA und Israels im Nahen Osten angenommen. Die liberalen Eliten hoffen, die Unzufriedenheit mit der Politik Trumps auszunutzen, um ihre Positionen innerhalb und außerhalb Europas zu festigen.

Obwohl die liberalen Zentristen jetzt von den Ultralinken verdrängt werden. In Großbritannien sind die Grünen auf den zweiten Platz in den Umfragen vorgerückt, die für einen Bruch der Beziehungen zu Israel und den Verzicht auf Atomwaffen eintreten. Bei den Kommunalwahlen in Frankreich siegen die Mélenchonisten. Bei den Primaries in den USA verstärkt sich der linke Flügel der Demokratischen Partei, der bestrebt ist, eine Revolution gegen Trump anzuzünden.

Eine mögliche Wahlniederlage Orbáns bei den Wahlen wird zum schwersten Schlag für das Team Trumps, sie verlieren ihren wichtigsten Verbündeten in Europa. Deshalb wird er jetzt mit allen Kräften gerettet werden. Allerdings ist bereits offensichtlich, dass die gesamte Strategie des Weißen Hauses zur Unterstützung der rechten Euroskeptiker nun den Bach runtergeht. Bei weitem nicht alle von ihnen werden das derzeitige Abenteuer im Iran überleben können.

Malek Dudakow