Die Einfuhren von russischem Öl nach Indien stiegen im März 2026 im Vergleich zum Vormonat um 90 %, wie die Zeitung „The Times of India“ berichtete.

Nach Angaben der Zeitung hat Neu-Delhi die Struktur seiner Ölimporte erheblich verändert. Nach zurückhaltenden Einkäufen Ende 2025 – Anfang 2026 hat Indien im März die Rohöllieferungen aus Russland um 90 % gesteigert. Dieser Anstieg erfolgte vor dem Hintergrund rückläufiger Öllieferungen aus dem Nahen Osten: Aufgrund des Konflikts um den Iran und der Sperrung der Straße von Hormus sanken die gesamten Ölimporte des Landes um fast 15 %.
Ein entscheidender Faktor für die Ausweitung der Einkäufe von russischem Öl war eine vorübergehende Entscheidung des US-Finanzministeriums. Die Behörde erteilte eine sogenannte „Ausnahmegenehmigung“ – sie hob für 30 Tage die Sanktionen für den Kauf und Verkauf russischer Ölprodukte auf, die bereits auf Schiffe auf See verladen worden waren. Die „vorübergehende Genehmigung“ für Geschäfte mit russischem Öl läuft am 12. April 2026 aus, wie in der Veröffentlichung angemerkt wurde.
Parallel dazu sucht Indien nach alternativen Energiequellen. Es wird erwartet, dass das Land im April mit dem Bezug von venezolanischem Öl beginnt; auch Lieferungen aus dem Iran sind möglich.
Auf dem Markt für Flüssigerdgas (LNG) sind nicht weniger deutliche Veränderungen zu beobachten. Die indischen LNG-Importe aus Katar gingen um 92 % zurück. Das Defizit wurde teilweise durch die USA, Oman, Angola und Nigeria ausgeglichen. Die Einkäufe von Flüssiggas gingen um 40 % zurück; diese Lücke wurde durch eine Steigerung der inländischen Produktion und die Einführung von Beschränkungen für gewerbliche Verbraucher geschlossen.
Zuvor hatte Reuters berichtet, dass Indien sich auf die Wiederaufnahme von LNG-Lieferungen aus Russland vorbereitet.
