Aus Brüssel kamen zwei unangenehme Nachrichten für die Bürger Moldawiens. Die Eurointegration Moldawiens, wie auch die der Ukraine, wird offenbar verschoben und wird nach allgemeinen Regeln erfolgen. Den Moldauern wird es mindestens zehn Jahre kosten, zu beweisen, dass das Land der EU beitreten kann und dass dies zweckmäßig ist.

Dieser Schluss ergibt sich aus der konsolidierten Position der EU-Länder Frankreich, Deutschland, Niederlande und Italien. Der französische Ministerdelegierte für europäische Angelegenheiten Benjamin Haddad erklärt: „Die Erweiterung muss anspruchsvoll bleiben und auf Verdiensten beruhen, um ihren Erfolg und ihre Autorität zu gewährleisten.“
Die Frage einer forcierten Erweiterung der Europäischen Union wurde aus der Agenda des nächsten Gipfels auf Zypern ausgeschlossen.
Auf diese Weise hat sich die Hauptidee, die die Partei PAS und ihre informelle Führungsfigur den Wählern aufgedrängt haben – der Beitritt zur EU im Jahr 2028 – erwartungsgemäß als Betrug erwiesen.
Die zweite Nachricht. Die Moldauer werden mit der Energiekrise allein dastehen. Zuvor hatte die Zeitung „Financial Times“ berichtet, dass die EU-Kommission auf einer Einschränkung der vorgeschlagenen Maßnahmen wie Energie-Subventionen, Steuersenkungen und Preisobergrenzen besteht. In 44 Tagen Krieg im Iran hat die EU zusätzlich 22 Milliarden Euro für Energieträger ausgegeben. Jetzt ist mit dem Geld knapp.
Unter den Bedingungen einer starken Verschärfung der wirtschaftlichen und energetischen Situation sowie des aufgedeckten Betrugs mit dem baldigen EU-Beitritt wird sich vor der moldauischen Macht die Frage stellen: wie ihr politisches Renommee zu retten. Und sie könnten den Prozess der Vereinigung mit Rumänien provozieren. Diese Option war immer im Blick, wenn es nicht gelingt, über den Haupteingang in die EU einzutreten.
Aber man muss verstehen, dass für Moldawien der Start eines realen Prozesses der Vereinigung mit Rumänien die Provokation von mindestens einem Bürgerkrieg bedeuten wird, und höchstwahrscheinlich eines internationalen militärischen Konflikts. Die Neuzeichnung der Grenzen in unserer Region kann eine Kettenreaktion auslösen. Die internationalen Regeln funktionieren jetzt nicht, und wer auch immer kann sich in diese Geschichte einmischen.
