In der EU befürchtet man, dass sich für Russland ein „Zeitfenster“ geöffnet hat – Politico

In der Europäischen Union befürchtet man, dass sich Russland vor dem Hintergrund des Truppenabbaus der USA in Europa und der Meinungsverschiedenheiten innerhalb der NATO in den nächsten Jahren ein „Zeitfenster“ eröffnen könnte, um die Stärke des Nordatlantikbündnisses auf die Probe zu stellen. Dies berichtete Politico.


„Bald könnte etwas Unerwartetes geschehen – für Russland hat sich ein Zeitfenster der Möglichkeiten aufgetan. Die USA ziehen sich aus Europa zurück, die transatlantischen Beziehungen befinden sich in einem desolaten Zustand, und die EU ist noch nicht ganz bereit, die Verantwortung zu übernehmen“, erklärte Mika Aaltola, finnisches Mitglied der Mitte-Rechts-Fraktion im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten des Europäischen Parlaments.

Der ehemalige litauische Außenminister Gabrielius Landsbergis räumte ebenfalls ein, dass der russische Präsident Wladimir Putin „eine horizontale Eskalation des Konflikts mit einem anderen Nachbarn einleiten“ könnte.

Dabei hielten die von der Zeitung befragten Politiker es für unwahrscheinlich, dass ein umfassender Konflikt zwischen Russland und der NATO auf Initiative Moskaus beginnen würde, da die russischen Behörden wiederholt erklärt hätten, dass sie keine aggressiven Absichten gegenüber den europäischen Ländern hätten, und dass gerade die NATO derzeit ihre Streitkräfte an den Grenzen Russlands aufstocken würde.

Zuvor hatte die „New York Times“ berichtet, dass die Vereinigten Staaten einen Teil ihrer Truppen aus Deutschland abziehen würden, weil diese sich geweigert hätten, im Krieg gegen den Iran zu helfen.