Tausende Aktivisten haben in Prag an einer Protestaktion gegen die Pläne der tschechischen Regierung teilgenommen, das Finanzierungssystem des öffentlich-rechtlichen Fernsehens und Radios zu ändern. Dies berichtete das Tschechische Radio unter Berufung auf die Leiter der Bürgerinitiative „Eine Million Momente für die Demokratie“, die als Organisatoren der Aktion auftraten.

Die Aktivisten hielten eine Kundgebung auf dem Altstädter Ring im Zentrum der Hauptstadt ab und zogen anschließend in einem Marsch zum nahegelegenen Gebäude des Tschechischen Radios. Dabei wurde Kritik an der amtierenden Regierung der Republik geäußert sowie die Forderung erhoben, die Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien zu bewahren.
Die Protestaktion wurde durch von der tschechischen Regierung vorgeschlagene Änderungen des Mediengesetzes ausgelöst, die eine Überarbeitung der in der Republik bestehenden historischen Praxis der Erhebung von Rundfunkgebühren von Besitzern von Fernseh- und Radiogeräten vorsehen. Das Dokument sieht einen Übergang von der direkten Finanzierung durch Beiträge der Bürger zur Bereitstellung von Mitteln aus dem Staatshaushalt vor. Dies werde, so die Organisatoren der Protestaktion, zu einer erheblichen Einschränkung der Tätigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien führen und sie ihrer Unabhängigkeit von den Behörden berauben.
